Unser Zuchtweg...

Eine Erläuterung für Interessierte aus mehr als einem Jahrzehnt Zuchtpraxis


 

Mit ihr (rechts) fing alles innerhalb meiner Zucht an: Muffin vom Johannisberg, im August 2007 geboren, ihr Vater ein im altdeutschen Typ stehender Mops, ihre Mutter eine F1  PR Generation mit demgemäß je 50% Parson Russell bzw. Mopsblut. Muffin selbst trägt somit als F2 PR Generation 75% Mopsgene und 25% Gene des Parson Russell .... 

Eine Ausnahmehündin, die mich sowohl beim Reiten als auch beim Kutsche Fahren begleitet hat! Intelligent, freundlich, selbstbewusst und ausdauernd - dabei mit perfektem Gebiss und tadellosem Körperbau. Und: Bis zum heutigen Tage kern-gesund! Muffin ist die Stammhündin der Johannisberger Linie! 

  

Verpaart man nun diese F2-Hunde für die F3-Generation zu 100% weiter zurück auf den Mops, erhält man logischerweise 87,5%-Mopsanteil. So wie beispielsweise Muffins Tochter Rebecca vom Johannisberg (unten).

 

Rebecca ist phänotypisch schon wieder recht "mopsig"; das ist nicht verwunderlich, da ihr Vater ein Standardmops russischer Blutlinie ist. - Eine Hündin wie Rebecca muss in der Weiter-zucht sorgsam eingesetzt werden. Deshalb habe ich Rebecca jeweils mit hoch fremdblutbeeinflussten Rüden verpaart. Sie hatte insgesamt zwei Würfe mit unterschiedlichen Zuchtpart-nern. - Hier erklärt sich auch der Begriff der "nicht terminalen" Kreuzungszucht, die wir in unserer Züchtergemeinschaft betreiben: wir züchten mit den Kreuzungs"produkten" weiter....

 

 

Bei der nächsten, der F4 Generation - ebenfalls zu 100 % auf den Mops zurückverpaart - ist man bei 93,75 % Mopsanteil, so wie es beispielsweise bei meiner Adele (rechts) der Fall ist, die ebenfalls in meiner Zucht stand und die jetzt ihren wohverdienten "Ruhestand" bei mir verbringt. Adele ist eine Tochter von Lotta vom Johannisberg (87,5 % Mopsanteil) und des altdeutschen Mopsrüden Unkas from Home of little Heartbreakers, dessen Vorfahren aus Kanada kommen und der die Farbe "Brindle" in meinen  Zucht gebracht hat. Adeles Mutter Lotta ist aber phänotypisch sehr deutlich im Fremdblut stehend, so dass eine Weiterzucht mit einem  - in diesem Fall - altdeutschen Mops, der zu den gemäßigten Mopstypen gehört,  möglich und - wie ihre Nachzucht zeigt - auch der richtige Weg war. 

 

Bei der züchterischen Überlegung wie man weiter verpaart, ist also nicht nur der genotypische Fremdblutanteil zu berück-sichtigen, der rein rechnerisch Aufschluss über den Prozent-satz der Fremdrasse gibt. Darüber hinaus MUSS auch stets eine phänotypische Beurteilung des jeweiligen Zuchthundes erfolgen, um den optimalen Zuchtpartner zu ermitteln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbstredend ist bei diesem Weg die Schnauze nicht das einzige zu berücksichtigende Kriterium:

 

 

 

 

 

Von Beginn meiner Zuchtarbeit an habe ich versucht, Linien aufzubauen. Mit meiner Stammhündin Muffin, die große Anteile des Parson Russell (25 % ) mit sich führt, hatte ich wirklich einen Hund, der allen Anforderungen hierfür mehr als entsprach. Später habe ich mit dem Deckrüden Hugo vom Sonnenberg erstmals wieder Pinschergene zusätzlich in den Zuchtbestand einbringen können. Damit erhöhte sich die genetische Varianz meiner Hunde enorm, denn  wir hatten Zuchtergebnisse, die Fremdblut nunmehr zweier anderer Rassen - Parson und Pinscher in sich führten.

 

Das Ergebnis sieht man rechts (mein F-Wurf). Und welchen unschätzbaren züchterischen Wert solche Hunde bei der Weiterzucht in Bezug auf Genvielfalt haben, können Sie unter dem Abschnitt "Mops und Genetik" nachlesen.

 

 

 

 

 

 

Um es an dieser Stelle aber noch einmal ganz deutlich zu betonen: eine Selektion auf gewünschte Merkmale wie hier z.B. unter anderem eine prominente Schnauzenpartie ist züchterisch nur möglich, wenn die Anlagen dieser Merkmale auch genetisch in den Tieren verankert sind. Erst durch die Einzucht von Fremdrasse erhalten wir den genetischen "Bauplan" für längere Nasen zurück und können anschließend mit diesem "Bauplan" weiter verfahren.

 

Doch Vorsicht: wir als Züchter dürfen jetzt nicht den Fehler begehen, uns auf diesen Lorbeeren auszuruhen und in Stagnation zu verfallen. Anderenfalls wären wir sehr bald wieder dort, wo die sogenannte "Reinrassezucht" jetzt steht. Die im Züchterkreis gewählte Zuchtform der diskontinuier-lichen, nonterminalen Kreuzungszucht erlaubt uns immer wieder die - notwendige und wichtige - Immigration fremder Gene.

 

Und so habe ich aktuell zwei hoch fremdblutbeeinflusste Hündinnen fremder Blutlinien in meine Zucht aufgenommen, mit denen ich nicht nur meine eigenen bewährten Linien weiter pflegen und zu verbessern sondern parallel dazu zwei weitere unabhängige Linien für die Retromopszucht aufzubauen beabsichtige: 

 

 

Anhand des Beispiels von Rebecca ist  leicht nachzuvollziehen, wie schnell man phänotypisch wieder bei nahezu 100% Mops sein kann. Dies ist aber tunlichst zu vermeiden, weil mit größer werdendem "Mopsanteil" auch wieder mit den Problemen der Rasse zu rechnen ist. Wir tun also gut daran, genau abzuwägen welchen Zuchtpartner wir mit welchem Gegenpart zusammen-führen! In Rebeccas Fall wäre eine Weiterzucht mit einem reinrassigen Standardmops demgemäß nicht der richtige Weg gewesen! Dieses strategische Abwägen, wie und mit welchen Tieren züchterisch weitergearbeitet wird, beschreibt der Begriff der Diskontinuietät. D.h. unser Zuchtweg ist der einer nicht terminalen diskontinuierlichen Kreuzungszucht.

 

Und so sieht Rebeccas Nachwuchs - mit dem richtigen Zuchtpartner - aus: 

 

 

 

 

 

Das Ergebnis dieser Überlegungen sieht man links:

 

Käthe vom Johannisberg mit einem Mopsanteil von 90,63 % aus der Adele vom Amselfeld (wir erinnern uns: Mopsanteil 93,75 %) sowie dem bewährten Deckrüden Emil vom Johannisberg (Mopsanteil  87,5 %).

 

Links das obere Foto als Welpe, mit schon sehr viel-versprechender Schnauzenpartie und darunter als erwachsene Hündin, die ihrer Familie sehr viel Freude macht.

 

 

 

 

 

Und hier in der unteren Fotogallerie ein zugelassener Zuchtrüde - Ichygo vom Johannisberg (Paul), ebenfalls mit einem Mopsanteil von 90,63% - ein Adele-Sohn mit hervorragenden Anlagen:

 

 

 

 

Um es an dieser Stelle ganz deutlich zu machen: Im Rahmen unseres Rassebildes  erkennen wir ganz bewusst die Vielfalt des Erscheinungsbildes der unterschiedlichen prozentualen Beteiligungen an – denn unsere Hunde profitieren genau von dieser! Ein Reiter, der einen Begleithund sucht, wird etwas anderes benötigen als ein Halter, der einen Partner für ruhigere Spaziergänge möchten.  -  Meine Hunde zeigen damit bewusst und gewollt wieder die ursprüngliche Variationsbreite des "mopsfidelen" kleinen Molossers, wie wir ihn aus alten Abbildungen und Stichen kennen. Ich gehe mit der Zucht des Retromopses demgemäß seit mehr als einem Jahrzehnt den Weg in die Vergangenheit...   

 

 

Wenn man nun - wie ich es mittlerweile seit nahezu zwölf Jahren planmäßig verfolge - seine Linien weiter aufbaut und pflegt, kann man innerhalb seiner Zuchtergebnisse wieder selektieren und erhält Hunde mit genotypisch hohem Mops-anteil, was letztlich auch Gewähr dafür bietet, dass unsere Zuchtprodukte auch "echte" Möpse sind (denn etwas anderes war in der Retromopszucht nie erwünscht), aber gleichwohl mit körperlichen Merkmale jenseits derer des übertypisierten Standardmopses unserer Zeit.

 

Ein Beispiel links anhand unserer Jule. Jule hat einen geno-typischen Mopsanteil von 93,75% und damit einen Fremdblut-anteil von nur rund 6%. Gleichwohl fällt sie durch einen hervorragenden Körperbau mit starker Muskulatur und festem Bindegewebe sowie einer deutlich prominenten Nasenpartie auf. Im Grunde genommen ist sie ihrer Großmutter väter-licherseits (der ganz oben im Bild vorgestellten Muffin) äußerlich recht ähnlich und kann es hinsichtlich Fitness und Leistungsfähigkeit in jeder Beziehung mit ihr aufnehmen, charakterlich ist Jule aufgrund ihres deutlich höheren Mopsanteils aber auch deutlich mehr "Mops", als es Muffin ist.

 

Etwas anderes wäre auch nicht zu erwarten gewesen, denn unsere Züchtergemeinschaft hat sich immer offen dazu bekannt, dass die ersten Generationen nach Einzucht einer Fremdrasse charakterliche Unterschiede zur Ursprungsrasse aufweisen. Erst durch die Weiterzucht mit Fokus auf den Mops kommen wir zu den erwünschten Zuchtergebnissen. Dies unterscheidet unsere Arbeit von dem reinen "Mixen" irgend-welcher Rassen. Es war zu keiner Zeit unsere  Absicht, "irgendwie mopsähnlich geartete Hunde" hervorzubringen. Wir wollten immer DEN Mops in seiner gesundeten, ursprünglichen Gestalt wiederbeleben! - Jule hatte mittlerweile selber Welpen und hier wird das Ganze noch anschaulicher: Jules Welpen haben in der nachfolgend vorgestellten Verpaarung einen Mopsanteil von 96,88 % und damit nur noch rund 3 % Fremdblut - sind also genotypisch nahezu 100% Mops und zeigen sich charakterlich auch so! Aber in Bezug auf Exterieur entsprechen sie in jeder Hinsicht dem von mir verfogten Zuchtziel und rücken die körperlichen Mängel des reinrassigen Mopses Zeit in weite Ferne:

 



Die einzelnen Filialgenerationen

BEI DIREKTER RÜCKZUCHT AUF DEN MOPS IM VERGLEICH

Als sog. Filialgeneration (Tochtergeneration) bezeichnet man in der Genetik die Folgegeneration aus der Kreuzung zweier Individuen. Die erste Generation wird dabei als F1 Generation bezeichnet. Die folgende Generation als F2 und so fort... In der kontrollierten Retromopszucht, die nach der  Zuchtordnung die Einzucht von vier Rassen erlaubt, folgt nach der Bezeich-nung "F" die Bezeichnung der eingezogenen Rasse. Dies ist zuchtstrategisch wichtig, aber auch für die Frage, welche genetischen Erkrankungen vor einer Verpaarung zu testen sind, von großer Bedeutung (vgl.  § 10 unserer Zuchtordnung).

Die verwendeten Bezeichnungen bedeuten also:

F Pi - Filialgeneration mit Einzucht des Pinscher

F PR - Filialgeneration mit Einzucht des Parson Russell

F PT - Filialgeneration mit Einzucht des Patterdale Terrier

F Be - Filialgeneration mit Einzucht des Beagle.

 

Dabei achte ich sehr darauf, dass die eingezogenen Rassen nicht aus einer Leistungszucht, bei der ja der Jagdtrieb als positives Selektionsmerkmal vorherrscht, kommen. Oben links unsere Rita, eine F1 Be Generation. Die Abkürzung verrät: Rita trägt als 1. Tochtergeneration nach Einzucht der Fremdrasse 50 % Mops- und 50% Beagleblut. Beide Elterntiere sind mir bekannt: Ihre Mutter Emi ist eine eher ruhigere Beaglehündin in Black and Tan mit einem Gewicht von ca. 11 kg, die als reiner Familienhund gehalten wird. Ihr Vater ist ein Mops im altdeutschen Typus mit deutlich hervorgezogenen Schnauzenpartie, freiatmend und rassetypisch freundlich und aufgeschlossen.

 

Eine F1 Generation ist selbstverständlich noch KEIN Retromops. Sie trägt die Anlagen beider Elternteile je zur Hälfte und dazu gehören nicht nur äußerliche Merkmale sondern auch charakterliche.

 

Links im Bild unsere Charlotte, eine F2 Be Generation. Charlotte trägt demgemäß 75 % Mopsgene und 25 % Gene des Beagle. So kommt optisch wie charakterlich dem Mops schon deutlich näher als Rita. 

 

Hunde dieser Filialgeneration können  bereits die Anerken-nung zum ZKR Retromops bekommen. Sie eignen sich für sportliche, aktive Menschen und können beispielsweise als Reitbegleithunde hervorragende  "Arbeit" leisten.

 

Kleine Abweichungen zum vorgeschriebenen Standard sind bei einem Zuchteinsatz dieser noch deutlich fremdblutbeeinflussten Tiere absolut tolerabel. Bei Charlotte ist die mopstypische Maske vorhanden, zeigt sich aber "nur" im Schnauzenbereich und im Bereich um die Augen. Die Ohren sind dagegen nicht dunkler, wie bei höher im "Mopsblut" stehenden Tieren. Und auch eine nicht doppelt gekringelte Posthornrute ist selbstverständlich "erlaubt"!

 

Charlottes Vorzüge für die Zucht sind jedoch evident: Sie verfügt über einen hervorragenden Körperbau mit kerzengerade gestellten Läufen bei starkem Knochen, einer optimalen Winkelung der Hinterhand, guter Halspartie und ist insgesamt sehr gut bemuskelt. Ihre Schnauzenpartie ist deutlich ausgeprägt mit weit offenen Nasenlöchern. 

 

Auf dem linken Foto meine  - bereits zu Anfang als Jung-hündin vorgestellte - Muffin vom Johannisberg, hier mit ihrem letzten Wurf.

 

Muffin ist eine F2 PR Generation, trägt also wie Charlotte 25% Fremdblut, nur dass es sich bei der eingezogenen Fremdrasse nicht um den Beagle, sondern um den Parson Russell ge-handelt hat. 

 

Neben ihren optischen und charakterlichen Vorzügen hat sich Muffin stets durch eine besondere Vitalität in Bezug auf die Fruchtbarkeit ausgezeichnet. Sie hat stets große, kräftige Würfe bekommen und diese auch problemlos aufziehen können. Ein aufschlussreicher Nachweis für Gesundheit!

Links nun eine F3 PR Generation: Erik vom Johannisberg. Erik trägt - wie seine "genetische Bezeichnung" verrät, 87,5 % Mopsanteil und 12, 5 % Fremdrasse, in diesem Fall Parson Russell. Ein toller, ausdrucksstarker Rüde. Sein Vollbruder Emil vom Johannisberg (Amadeus) war einige Jahre als Deckrüde in unserer Zucht sehr erfolgreich.

 

 

Und unten nun eine Galerie von F4 PR Hunden - allesamt aus meiner Zucht stammend. Bei direkter Rückzucht auf den Mops bedeutet das einen Mopsanteil von immerhin 93,75 %, dem ein Fremdblutanteil von 6,25 % (hier: wiederum Parson Russell) gegenüber steht:

 

 

Diese Erläuterungen betrafen Verpaarungen, bei denen nach einmaliger Einzucht einer erlaubten Fremdrasse DIREKT auf den Mops zurückgezogen wurde. Komplexer wird die Thematik, wenn nun verschiedene F - Generationen - also beispielsweise F 3 mit F 5 verpaart werden. Und noch komplexer, wenn innerhalb der unterschiedlichen F Generationen auch unterschiedliche Fremdrassen eingezogen wurden....

 

 

 

Und bei der F5 Generation sind wir folgerichtig bei 96,88 % Mops und 3,22 % Fremdrasse - in diesem Fall ebenfalls Parson Russell. Also F 5 PR:

 


Verpaarung

VERSCHIEDENER F-GENERATIONEN UNTEREINANDER...

 

Hier wird es jetzt richtig interessant...  Hat man als langjähriger Züchter - im Idealfall in Kooperation mit anderen Züchtern - nun eine breite Basis an Zuchttieren verschiedener F-Generationen hervorgebacht, können diese Tiere auch wieder untereinander verpaart werden. Wichtig ist natürlich, dass sie genetisch weit auseinander liegen, sprich für mich der Idealfall - einen Inzuchtkoeffizienten von nicht mehr als 6,5 haben oder auch keinerlei gemeinsame Vorfahren besitzen.

 

Hier ein Beispiel aus meiner Zucht, dass ich oben bereits genannt aber nun im Detail noch einmal aufgreifen möchte:

 

Rebecca vom Johannisberg, eine F 3 PR Generation mit 87,5 % Mopsanteil. Da ihr Vater ein Standardmops mit FCI Abstam-mung ist, zeigt sie sich im Gesicht schon wieder recht mopsig. Figürlich überzeugt sie mit hervorragender Muskulatur und festem Bindegewebe:

 

 

Eine Verpaarung der Beiden hat Welpen mit einem rechneri-schen, also genotypischen Mopsanteil von 81,25 % und einem Fremdblutanteil von Pinscher und Parson mit insgesamt 18,75% hervorgebracht. Die Hunde entsprechen meinem Zuchtziel in jeder Hinsicht: mopstypisch in Aussehen und Charakter aber sportlich und leistungsfähig:

 

Hugo vom Sonnenberg, eine F 2 Pi Generation, mit 75 % Mopsanteil. Obwohl der Mopsanteil bei Hugo genoty-pisch schon recht hoch liegt, erscheint er phänotypisch - also was seine äußere Gestalt angeht - doch deutlich mehr fremdblutbeeinflusst. Optisch erinnert er eher an eine F1 Generation.

 

 

An dem Beispiel "Rebecca X Hugo" sieht man deutlich, dass eine starke Bandbreite unterschiedlicher Mopstypen in der Retromopszucht durchaus seine Berechtigung hat.

 

Eine Verpaarung von Rebecca mit einem Standardmops hätte wieder ins ungute Extrem führen können, eine Verpaarung von Hugo mit einer deutlich fremdblutbeeinflussten Retromöpsin hätte Welpen ergeben, die optisch kaum noch etwas mit dem Mops gemein hätten.... Aber in der vorgegebenen Konstellation sind die Welpen optimal ausgefallen.


 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Beispielen etwas näher bringen, was echte Zuchtarbeit wirklich bedeutet, wieviel  Engagement und Wissen um Genetik dahinter steckt und dass es sich bei einer kontrollierten Retromopszucht keinesfalls um das beliebige "Mischen" irgendwelcher Rassen handelt um möglichst schnell "süße und gut verkäufliche Welpen" zu produzieren!

Ein weiteres Beispiel für eine Verpaarung unterschiedlicher Filialgenerationen in meiner Zucht: Da ich neben den Fremd-genen des Parson Russell, die heutzutage eher seltenen Pinschergene in meiner  Nachzucht im Hinblick auf einen späteren Zuchteinsatz stärker vertreten haben wollte, habe ich Hugo vom Sonnenberg (F2 Pi) auch noch einmal mit meiner Adele (F4 PR) verpaart. Die Nachzucht hat damit einen Mopsanteil von 84, 33 % bei einem Anteil von Pinscher und Parson i.H.v. insgesamt 15,66 %.  Auch hier wie die nachfolgende Fotogalerie zeigt, sportliche, freiatmende Hunde mit guter Muskulatur und festem Bindegewebe:

 

 

 

 

Und ein letztes Beispiel für ein Verpaarung unterschiedlicher Filialgenerationen: Nebenstehend Emil vom Johannisberg (Amadeus), eine F3 PR Generation mit demzufolge 87,5 % Mopsanteil. Er hat meine Adele (F4 PR) insgesamt zweimal erfolgreich belegt. Die Nachzucht hat dementsprechend einen Mopsanteil von 90,63 % und einen Fremdblutanteil von 9,37 %. 

 

In der nachfolgenden Galerie ein paar Fotos der Welpen aus dieser Verpaarung:

 

 


Die Gretchenfrage....

oder: warum lege ich dies alles offen?

 

Die Antwort habe ich zum Teil schon am Ende des vorangegangenen Abschnitts gegeben: Ich möchte darüber informieren wie komplex das Thema "Zucht" sich tatsächlich darstellt, insbesondere wenn es um die Einzucht fremder Rassen geht.

 

Darüber hinaus möchte ich transparent für die Menschen sein, die sich für unsere Arbeit interessieren. Transparent ist man nicht dadurch, dass man gebetsmühlartig immer wieder betont, dass man transparent sei. Lassen Sie sich nicht durch blumige Phrasen und leere Worthülsen blenden! Tranzparenz zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass man genau und verständlich darlegt (darlegen kann!), WAS, WARUM und WIE man etwas tut und dass man Ergebnisse vorweisen kann. Transparenz bedeutet aber auch, wissenschaftlich fundiert erklären zu können, warum man etwas nicht tut. In diesem Zusammenhang darf ich auf unser HD-Kompendium verweisen. Und zur Transparenz gehört ebenfalls die Angabe, welche Tiere man für seine Zucht einsetzt, wo sie her kommen und welchen Zwingernamen sie gegebenenfalls tragen. (Letzteres ist im Übrigen auch nur fair gegenüber dem Züchter, von dem man ein Zuchttier erwirbt oder der einen Deckrüden zur Verfügung stellt).

 

Und zu guter Letzt möchte ich mit meinen Erläuterungen darlegen, wie wichtig eine Dokumentation des Zuchtgeschehens durch ein zentral geführtes Zuchtbuch ist. Anderenfalls wäre Das Wissen über Elterntiere und weitere Vorfahren, eingezogene Fremdrasse, prozentuale Anteile der Fremdrasse sowie durchgeführte genetische Untersuchungen für die Zukunft verloren...