Die einzelnen Phasen der Welpenentwicklung

...am Beispiel unserer Johannisberger Retromöpse

pränatale Phase

 

Die pränatale Phase ist die vorgeburtliche Entwicklungsphase des Welpen im Mutterleib. Studien haben belegt, dass Hündinnen, die in der Trächtigkeit erhöhtem Stress ausgesetzt waren, häufiger nervöse und ängstliche Welpen zur Welt brachten. 

 

D.h., selbst in der pränatalen Phase könne schon Dinge passieren, die sich zukünftig auf die Welpen bzw. ihr Wesen auswirken. Einen interessanten Beitrag zur Wesensentwicklung des Welpen finden Sie hier:

vegetative oder neonatale  Phase

 

Die ersten zwei Wochen im Leben der neu geborenen Welpen wird als vegetativen Phase bezeichnet. Hundewelpen kommen mit fest verschlossenen Augenlidern und Gehörgängen zur Welt. Als sogenannte "Nesthocker" sind sie auf das Brutpflege-verhalten der Mutter angewiesen. Selbst die Ausscheidung funktioniert nicht ohne mütterliche Hilfe: erst durch das Belecken von Bau und Analregion wird die Verdauung und die Ausscheidung von Kot und Urin angeregt.

 

Da sowohl die Ohren als auch die Augen noch verschlossen sind, können sie weder sehen noch hören. Lediglich Geruchs- und Geschmackssinn sinn ist schon ein wenig ausgebildet und unterstützt die Suche nach den Zitzen der Mutterhündin. Im Grunde genommen wird in dieser Zeit hauptsächlich an Mamas Milchbar getrunken oder geschlafen. Durch die Pendelbewe-gungen mit dem Kopf finden die Welpen schnell den Weg zur Zitze; dort trinken sie, bis sie satt sind. Danach wird bis zur nächsten Mahlzeit geschlafen.

 

Das Wärmeempfinden des Welpen ist stark ausgeprägt und Überlebens wichtig, da er seine Körpertemperatur noch nicht selbst kontrollieren kann. Daher sucht er instinktiv immer die Wärme der Mutterhündin (die Zitzen geben in dieser Zeit aufgrund der ständigen Milchproduktion extrem viel Hitze ab) oder der Geschwister. Verliert sich der Körperkontakt fangen die Welpen an zu suchen und zu schreien; zufrieden sind sie erst, wenn sie wieder Körperkontakt haben. 

 

Alle Verhaltensweisen in der pränatalen Phase sind haupt-sächlich darauf ausgelegt, das Geburtsgewicht des Welpen zu verdreifachen, damit er schnell größer und kräftig wird, was wiederum sein Überleben sichert. 

 

Am Ende der neonatalen Phase - zwischen dem 9. und dem 14. Tag - beginnen sich langsam Augen und Ohren der Welpen zu öffnen. Die Augen der Welpen öffnen sich zuerst im inneren Augenwinkel und erscheinen bei allen Welpen anfangs wie mit einem blaugrauen Schleier versehen. Erst nach und nach im Verlauf der nachfolgenden Übergangsphase ver-schwindet dieser Schleier und die Augen werden klar und glänzend. 

 

Siehe Bildergalerie unten:

 

Übergangsphase

 

Die dritte Lebenswoche des Welpen wird als Übergangsphase bezeichnet. In dieser Zeit öffnen sich Augen und Ohren vollständig - auch wenn das Sehvermögen in diesem Stadium noch nicht voll ausgebildet ist. 

 

In dieser Phase wagen die Welpen erstmals mehr oder weniger zaghafte Versuche, ihre Umgebung zu erkunden, beginnen zu spielen, verstärken die Bindung an die Mutter und erkennen ihre Geschwister. De Wärmeregulation funktioniert nun auch selbständig ohne Wurfgeschwister oder Mutterhündin.

 

Die neurologischen Funktionen des Welpen verbessern sich fortlaufend; jeden Tag zeigt sich ein Fortschritt in der Ent-wicklung der Tiere. Die Bewegungen werden zunehmend koordinierter auch wenn das "Gangbild" noch recht verwackelt ist.

 

prägephase

 

Die Prägephase ist die Zeit zwischen der 4. bis etwa Ende der 7. Woche. Ohren, Geruchssinn und Augen haben sich voll entwickelt. Der Welpe erlernt unter anderem die Grundlagen des Zusammenlebens im Familienverband, d.h. Respektlosig-keiten gegenüber den erwachsenen Rudelmitgliedern werden werden von diesen immer weniger toleriert. statt dessen werden die Kleinen erzogen, erlernen die die wichtigen Verhaltensregeln. Beim Spielen miteinander lernen die Welpen, auf einander Rücksicht zu nehmen und ihre nadelspitzen Zähnchen nicht hemmungslos gegeneinander einzusetzen: die sog. Beißhemmung entwickelt sich. Idealerweise lernt der Welpe jetzt auch unterschiedliche Umwelteindrücke kennen und zu verarbeiten: Geräusche, andere Menschen  als seinen Züchter, weitere tierische Mitbewohner z.B. Katzen sowie andere optischen Eindrücke. In dieser Zeit wird seine Persönlichkeit maßgeblich geprägt.

 

sozialisierungsphase

 

Der Welpe beginnt damit, die Umwelt mehr und mehr zu entdecken und im Spiel mit seinen Geschwistern lernt er, seinen sozialen Rang zu finden.

 

Der Kontakt zu anderen Welpen und natürlich auch zu Menschen ist weiterhin enorm wichtig.  Diese Wochen sind für den Welpen mit die wichtigste Zeit. Alle Fehler in dieser Zeit, alle erlebten Unsicherheiten und Ängste können in der Hundeseele das ganze Leben lang nachwirken.

 




 

Nachfolgend möchte ich anhand des Welpen Marvin (Mads) einmal die Entwicklung vom Welpen bis zum erwachsenen Hund bildlich dokumentieren. Marvin ist übrigens am 15, Mai 2017 geboren.