Rasseauswahl

Beweggründe für den Parson Russell


Während für die Züchter in der Vergangenheit die verschiede-nen herausragenden Fähigkeiten der einzelnen Hunderassen im Vordergrund standen, traten mit dem Aufkommen der Zuchtvereine im 19. Jahrhundert andere Maßstäbe in den Focus von Züchter und Käufer: Weniger die Leistung sondern das vielmehr das Aussehen der Tiere wurde Ziel der Zucht!

 

Anstelle der für Arbeitshunde erforderlichen Qualitätskontrolle durch das Erbringen von Leistungen traten Menschen ge-machte Schönheitsideale. Und so kennen wir heute rund 400 Hunderassen, die sich in ihren phänotypischen Merkmalen deutlich unterscheiden - kein anderes Haustier ist vom Menschen in seiner Gestalt stärker manipuliert worden.

 

Besonders begehrt wurden Tiere, die ihr kindliches Aussehen auch im adulten Stadium beibehielten. Ein runder Schädel und eine möglichst kurze Schnauzenpartie wurden bei etlichen Rassen zur Mode, die bis hin zur Überinterpretation des Rasse-standards getrieben wurde.

 

 

Von der Einzucht einer solchen Hunderasse  MUSSTE der Mops profitieren, was seine körperliche Gesundheit und Vitalität betrifft (trotzdem, bitte die Szene im Film nicht nachmachen, da die Aufnahmen aus einem Fahrzeug in der Geschwindigkeit  nicht ungefährlich für den Hund sind...):

 

 

So repräsentiert die große Population des Labrador Retrievers von rund 98.000 Tieren genetisch nur ganze 114 Hunde, bei den Boxern sind es bei 45.500 der insgesamt untersuchten Hunden sage und schreibe nur 45 Exemplare! Beim Mops sieht es ähnlich katastrophal aus:  die geschätzten etwa 10.000 Exemplaren auf dem britischen Mutterland als Wiege der Rassehundezucht, von denen letztlich auch unsere Standard-möpse abstammen(!), gehen lt. einer wissenschaftlichen Studie des renommierten Imperial College, London allesamt auf ganze 50 Einzelindividuen zurück! Da KANN es keine genetische Vielfalt mehr geben!  WANN wollen wir endlich aufwachen und der genetischen Realität ins Gesicht sehen?

 

Die Anzahl der einzelnen Individuen lässt eben NICHT zwangs-läufig auf einen großen Genpool und eine damit verbundene genetische Varianz schließen!  

 

Die sicherlich größte gesundheitliche Beeinträchtigung des Mopses besteht in seiner Rundköpfigkeit, die zu ernstzunehm-enden Problemen der oberen Atemwege führen kann. Diese Problematik wird zusammenfassend als brachycephales Atemnotsyndrom (BAS) bezeichnet. 

 

Dieser seit Jahrzehnten in Züchterkreisen bekannten, viel dis-kutierten aber bislang noch nicht annähernd einer befriedi-genden Lösung zugeführten Problematik galt es von Seiten des Züchterkreises für den Retromops (ZKR) effektiv und vor allem zeitnah zu begegnen. Wieviele Jahrzehnte lang sollten noch tausende von Hunden geboren werden, die unter BAS leiden?

 

Der ZKR hat sich daher ganz bewusst für einen in der Haus-tierzucht tradierten und durchaus bewährten Zuchtweg, nämlich die Einzucht einer Fremdrasse unter anschließender Rückzucht auf die Rasse Mops entschieden. Dabei ist eine Rückkehr zum gemäßigten Mopstypus in einem durchaus akzeptablen Zeitrahmen zu bewerkstelligen. Denn die Merk-male des Rassetyps gehören grundsätzlich zu den stark heritablen (stark vererbbaren) Merkmalen, die sich züchterisch durch gewissenhafte Selektion gut beeinflussen lassen.

 

 

Bei einer Einzuchtmaßnahme besteht also grundsätzlich die Gefahr, dass durch die eingekreuzten Hunde Gendefekte in eine Population eingebracht werden, die bislang möglicher-weise nicht vorhanden waren. Bei der Auswahl der zur Einzucht kommenden Tiere einer Fremdrasse war daher neben der Auswahl des einzelnen Hundes ganz besonders auf die Aus-wahl der Rasse zu achten. 

 

Nicht unberücksichtigt bleiben durfte auch die Tatsache, dass viele Rassen den Retromops in seiner Physiognomie – und sei es auch erst in späteren Generationen – von dem Erschei-nungsbild „Mops“ wegführen würden, sei es durch eine extreme Größenveränderung oder eine Veränderung des Haar-kleides. Ausdrücklich untersagt ist nach der Zuchtordnung des ZKR daher u.a. die Einzucht von besonders klein- bzw. groß-wüchsigen Rassen oder solchen mit langem, gelocktem oder geschnürten Haarkleid.

 

 

Wichtig also zu wissen, dass die mittlerweile zu Hunderten auf den Markt geworfenen Mixe mit allen möglichen Rassen wie Cocker-Mops, Beagle-Mops, Chihuahua-Mops, Bulldogge-Mops oder Pudel-Mops  dagegen KEINE Anerkennung als ZKR Retromops erfahren. Hierbei handelt es sich nicht nur um Rassen, die nach der offiziellen Zuchtordnung ausgeschlossen sind, sondern zudem um Rassen, die selbst mitunter derartig gravierende genetische Zuchtproblematiken aufweisen, dass sie für eine Rasseverbesserung nicht geeignet sind.

 

Diese Hunde werden aber häufig als Retromops angeboten, was allerdings in keiner Weise dem Geist der ZKR Retromops-Zucht entspricht! Um es noch einmal ganz klar zu betonen: Ziel der Retromopszucht ist es nicht einen "irgendwie gearteten Mopsmischling" hervorzubringen; dies entbehrte jeglicher züchterischen Seriösität. 

 

Wer sich näher zum Parson Russell informieren möchte: 

  

 

Diese züchterische Selektion führte zum einen zu einer erheblichen Reduktion der genetischen Varianz: die Ent-schlüsselung des hundlichen Genoms im Jahre 2004 offen-barte die geringste genetische Varianz bei Rassen wie dem Boxer, dem deutschem Schäferhund und dem Mops. Zum anderen bedeutete sie zunehmend auch eine Einschränkung von Funktionalität und Gesundheit.

 

Eine heutige Selektion auf wieder prominentere Schnauzen-partien, die mehr Platz für Zunge und Gaumensegel lassen, auf weitere Nasenlöcher und einem festen, funktionalen knor-peligen Gerüst betreffend den gesamten Atemwegstrakt, der nicht mehr der Gefahr des Trachealkollapses unterliegt und zudem alle anderen nicht unerheblichen mopstypischen Erkrankungen berücksichtigend, ist vor diesem Hintergrund - meiner Meinung nach - aussichtslos, oder wie hoch soll die Inzuchtdepression beim Mops mit all den damit verbundenen negativen Folgen noch steigen? Und Gene bzw. die dahinter-stehenden Merkmale, die einmal ausselektiert wurden, wachsen nunmal nicht mehr nach. Sie sind unrettbar für die jeweilige Hundepopulation verloren!

 

Immer wieder wird gewissen Züchterkreisen und in einschlä-gigen Foren darauf hingewiesen, dass es "doch so viele Hunde einer bestimmten Rasse gäbe und dass man doch da genug Auswahl habe:" - Nur: Erst 2008 brachte eine Untersuchung an 2,2 Millionen Hunden aus zehn Rassen im Auftrag des Kennel Clubs - wieder einmal -ein extrem hohes Inzuchtniveau ans Tageslicht.

 

 

Nur, welche Rasse sollte für eine Einzuchtmaßnahme infrage kommen?

 

Zunächst musste sie all die Eigenschaften im Positiven aufweisen, die bei dem heutigen Standardmops Mängel behaftet sind: 

- eine gut ausgebildete Schnauzenpartie mit weiten, offenen Nasenlöchern,

- gut in den Schädel eingebetteten und damit geschützten Augen,

- eine sportliche, gut bemuskelte Figur mit festem Binde-gewebe,

- eine robuste Gesundheit und eine hohe Vitalität.

 

Darüber hinaus war zu beachten, dass viele Hunderassen mit ein oder mehreren genetisch bedingten Gesundheitsproblemen in mehr oder weniger starkem Ausmaß belastet sind. Beispiel-haft seien hier die Syringomyelie beim Cavalier King Charles oder die genetische Disposition zum Entropium sowie zu Herz-erkrankungen beim Pudel genannt.  

 

 

Leistung UND Kooperationsbereitschaft: der Parson Russell: 

 

Unter Abwägung der vorgenannten Gesichtspunkte wurde letztlich der Parson Russell Terrier zur Einzucht ausgewählt. Er gehört zu den wenigen Hunderassen die bislang nie aus-schließlich auf „Showschönheit“ sondern immer auch auf Arbeitstauglichkeit sprich Leistung und damit zwangsläufig auf Gesundheit gezüchtet wurden. Er bietet körperlich genau das, was dem heutigen Mops abhanden gekommen ist. 

 

Der Parson Russell ist zudem als Familienhund ein beliebter, lustiger und intelligenter kleiner Begleiter - wie der Mops. Aus einer guten Zucht kommend und richtig geführt ist diese Rasse zwar lebhaft und agil aber keinesfalls kopflos oder unkon-trollierbar. Im Gegenteil, ein solcher Hund musste schließlich „arbeiten“ – was neben einer gewissen und nicht abzustreiten-den terriertypischen Eigenständigkeit auch eine große Koope-rationsbereitschaft voraussetzte. 

 

Der Parson ist zwar ein Jagdhund, aber sein besonderer Jagd-trieb ist eine säuberlich züchterisch zu bewahrende Speziali-sierung, die anderenfalls in kommenden Generationen ver-schwindet. Über die Einzucht einer diesbezüglich eher des-interessierten Rasse wie dem Mops wird eine solche Speziali-sierung in kürzester Generationenfolge eliminiert. Übrig bleibt ein normaler Jagdinstinkt, den jeder Hund - auch ein Gesell-schaftshund - in sich trägt und der erzieherisch sehr gut zu beeinflussen ist.

 

Skeptikerm sei an dieser Stelle gesagt, dass züchterisch speziell zu pflegende Merkmale wie eine ausgeprägte Jagdpassion schon in der F1-Generation weitestgehend verschwinden. Laut "Genetik der Hundezucht" (Malcolm B. Willis) ist die jagdliche Veranlagung rasseabhängig zwichen 10 und 30 % vererbbar.

 

 

 

 

Unten: Sehenswerter Beitrag über den Parson Russell, der unsere züchterischen Überlegungen in jeder Hinsicht bestätigt:

 


 

 

Unter Abwägung der bereits oben genannten Gesichtspunkte wurde letztlich primär der Parson Russell Terrier zur Einzucht ausgewählt. Er gehört zu den wenigen Hunderassen die bislang nie ausschließlich auf "Showschönheit" sondern immer auch auf Arbeitstauglichkeit sprich Leistung und damit zwangsläufig auf Gesundheit gezüchtet wurden.

 

Er bietet - wie oben bereits geschildert - körperlich genau das, was dem heutigen Mops abhanden gekommen ist.

 

 

 

 

Die Nachzuchten des ZKR profitieren ungemein von dieser Zuchtmethode:

 

- Durch die tieferen Augenhöhlen stehen die Augäpfel nicht aus dem Gesicht hervor.

 

- Die Schnauzen sind prominenter und ohne dicke Rollfalte.

 

- Die Nasenlöcher zeigen wieder eine runde, offene Form.

 

- Längere Hälse und Rücken machen krankhafte Veränderungen an den Wirbelkörpern unwahrscheinlicher.

 

- Das Bindegewebe wurde durch unsere Einzuchtmaßnahmen fester, wodurch äußerlich Falten- und Wammenbildung redu-ziert wird und innerlich Strukturen wie der knorpelige Atem-trakt aber auch der Bänder- und Gelenkapparat wieder be-lastbarer werden.

 

- Die Bauchlinie ist hinter der tiefen Brust zu den Flanken hin aufgezogen.

 

- Eine insgesamt straffe Figur mit einer guten Winkelung der Hinterhand bestimmt das Bild.

 

 

 

 

 

Mit ihr fing alles innerhalb meiner Zucht an: Muffin vom Johannisberg - 75% Mopsanteil, eine F2 Generation (rechts).

 

Eine Ausnahmehündin, die mich sowohl beim Reiten als auch beim Kutsche fahren begleitet hat! Intelligent, selbstbewusst und ausdauernd. Und: Bis zum heutigen Tage kerngesund! Muffin ist die Stammhündin der Johannisberger Linie!

  

Verpaart man diese F2-Tiere für die F3-Generation zu 100% weiter zurück auf den Mops, erhält man logischerweise 87,5%-Mopsanteil. So wie beispielsweise Muffins Tochter Rebecca vom Johannisberg, unten. 

 

 

 

Bei nächsten, der F4 Generation - ebenfalls zu 100 % auf den Mops zurückverpaart - ist man auf diese Weise schon wieder bei 93,75 % Mopsanteil, so wie beispielsweise Adele vom Amselfeld, die ebenfalls in meiner Zucht steht (unten).

 

Adele ist eine Tochter von Lotta vom Johannisberg (87,5 % Mopsanteil) und dem altdeutschen Mopsrüden Unkas from Home of little Heartbreakers, dessen Vorfahren aus Kanada kommen.

 

 

 

Und unten eine Vollschwester von Klaudius als Welpe: Käthe vom Johannisberg

 

 

 

Meine Hunde zeigen damit wieder die ursprüngliche Variationsfülle des frühen Mopses. - Während der mehr und mehr vereinheitlichte, gleichgemachte Standardmops schließ-lich zum Extrem heutiger Tage - mit kugelrundem Kopf, flachem Gesichtsschädel, fast schon gänzlich fehlendem Hals und sehr kurzem Rücken hoch-gezüchtet wurde - gehen wir im ZKR mit der Zucht des Retromopses seit 2006 in die um-gekehrte Richtung: den Weg in die Vergangenheit. 

 

Zurück in die Zukunft also! Zurück zur genetischen Varianz des nicht hochgezüchteten Mopshundes!  

 

 

Zuchtweg

Diskontinuierliche Kreuzungszucht


Die sicherlich größte gesundheitliche Beeinträchtigung des Mopses besteht in seiner Rundköpfigkeit, die zu ernst-zunehmenden Problemen der oberen Atemwege führen kann. Diese Problematik wird zusammenfassend als brachycephales Atemnotsyndrom (BAS) bezeichnet.

 

Der Züchterkreis für den Retromops (ZKR) entstand mit dem Ziel, den heutigen Standardmops aus dem Extrem des Standards zu führen, ohne dass er seine mopstypischen Eigen-schaften verliert. Zu diesem Zweck hat sich der ZKR ganz bewusst für einen in der Haustierzucht tradierten und durchaus bewährten Zuchtweg, nämlich die Einzucht einer Fremdrasse unter anschließender Rückzucht auf die Rasse Mops entschieden. 

 

Bei der Auswahl der zur Einzucht geeigneten Rasse waren verschiedene Überlegungen anzustellen. Sie musste zunächst all die Eigenschaften im Positiven aufweisen, die bei dem heutigen Standardmops Mängel behaftet sind: eine gut ausgebildete Schnauzenpartie mit weiten, offenen Nasen-löchern, gut in den Schädel eingebetteten und damit ge-schützten Augen, eine sportliche und eine gut bemuskelte Figur mit festem Bindegewebe. 

 

 

Der Parson  Russell ist zudem als Familienhund ein ge-schätzter und intelligenter kleiner Begleithund - wie der Mops.

 

Durch unsere Einzuchtmaßnahmen entstehen wieder deutlich weniger rundköpfige Mopshunde, bei denen die ehemals über-mäßig verkürzten Körperkonturen des sogenannten Mops-quadrats zur Normalität hin revidiert wurden. 

 

 

Um an unser Ziel zu gelangen, befinden wir uns auf dem Weg einer diskontinuierlichen Kreuzungszucht, die es uns erlaubt, unsere Strategien von Generation zu Generation zu ändern und anzupassen.

 

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser Zuchtweg durch den Engländer Robert Bakewell - ursprünglich für die Milchviehzucht - etabliert. Sein Ziel war es verschiedene posi-tive Eigenschaften unterschiedlicher Rasse zu kombinieren, indem durch den Züchter Tiere verschiedener Linien, Rassen und Populationen gekreuzt wurden. Ergebnis hierbei ist der Anstieg der Heterozygotie. (Dies nimmt Bezug auf die Misch-erbigkeit ein genetisches Merkmal betreffend.)

 

Die Erhöhung der Anteile heterozygoter Gene vermindert im Vergleich zur Reinzucht das Risiko einer Inzuchtdepression, in der mit vermindert leistungsfähigen Tieren und mit Erbfehlern geschädigten Nachzuchten gerechnet werden muss. Weitere Nachzuchten können ohne unmittelbare Selektion des Züchters natürlich starke Varianzen aufweisen.

 

Genau hier greift unsere gemeinsame Arbeit im Züchterkreis für den Retromops durch die Dokumentation der Ahnen und Beratung hinsichtlich der vielversprechendsten Zuchttier-kombinationen und Zuchtstrategien.  

 

 

 

 

 

 

 

 


Hierzu im Folgenden einige Anmerkungen und Bilder aus der bislang erfahrenen Praxis im Zkr...

 

 

 

Anhand dieser Beispiele ist  leicht erkennbar, wie schnell man wieder bei nahezu 100% Mops ist.

 

Dies wollen wir aber tunlichst vermeiden, weil mit größer werdendem (Mops)Anteil auch wieder mit den Problemen der Rasse zu rechnen ist. Wir tun also gut daran, genau abzuwägen welchen Zuchtpartner wir mit welchem Gegenpart zusammen-führen!

 

Anlagen für Charakter und Arbeitsintelligenz sind hierbei er-fahrungsgemäß auch in prozentual noch hoch fremdblut-beeinflussten Zuchtergebnissen relativ stark mops-beeinflusst.

 

Züchterisch speziell zu pflegende Merkmale wie eine ausgeprägte Jagdpassion sind - wie oben bereits ausgeführt - schon in den F1-Generationen dahin – wie wir es uns für unsere kleinen Gesellschaftshunde ja auch wünschen. 

 

 

 

Durch Verpaarungen innerhalb der verschiedenen F-Grade untereinander kommen wir in die Lage, den ZKR Retromops in einem breit gefächerten Rahmen zu sehen und nicht schnur-stracks zurück ins ungute Extrem zu fallen.

 

Das Ergebnis dieser Überlegungen sieht man oben:

 

Klaudius vom Johannisberg (unten)  mit einem Mopsanteil von 90,63 %  aus der Adele vom Amselfeld (wir erinnern uns: Mopsanteil 93,75 %) sowie dem Deckrüden Emil vom Johannisberg (Mopsanteil  87,5 %).

 

 

 

 

Oben ein weiteres Beispiel aus meiner Zucht: 

Smilla vom Johannisberg, (90,63 % Mopsanteil)

V.: Yoda vom Johannisberg (87,5 % Mopsanteil), 

M.: Charlotte vom Bromberg (93,75 % Mopsanteil)

 

 

 

 

Um es nochmals klar zu betonen:

 

Im Rahmen unseres Rassebildes ZKR Retromops erkennen wir ganz bewusst die Vielfalt des Erscheinungsbildes der unter-schiedlichen prozentualen Beteiligungen an – denn unsere Hunde profitieren genau von dieser! Der Retromops als Begleithund kann in den verschiedenen Varianten individuellen Ansprüchen entgegenkommen - ohne sein Mopssein zu verlieren.

 

Ein Reiter, der einen Begleithund sucht, wird etwas anderes beanspruchen als ein Halter, der einen Partner für ruhigere Spaziergänge möchten.  Gerne gebe ich über meine Ver-paarungen hinsichtlich der zu erwartenden Zuchtergebnisse in den verschiedenen Würfen Auskunft, damit Sie mit Ihrem Retromopswelpen den Hund bekommen, den Sie suchen!

 


No Show!

Grundsätze der Zucht


Die Züchter des ZKR lehnen das Ausstellungswesen für den Retromops ab. Sie werden daher keinen ZKR Retromops-züchter auf Ausstellungen treffen, geschweige denn mit Ausstellungserfolgen werben sehen! Der ZKR ist wahrschein-lich weltweit der einzige Hundezuchtverband, bei dem es KEINE Ausstellungen zum Zwecke der Zuchtzulassung gibt!

 

Warum hat sich der Züchterkreis für den Retromops (ZKR) eine solche "Negativverpflichtung" auferlegt?

 

 

1. Konkurrenz mündet leicht in Rivalität

  

Die lizenzierten Züchter des ZKR arbeiten kongruent und ein-vernehmlich an einem neuen "alten" Rassebild des Mopses. Ein Konkurrenzverhalten nach dem Motto "Wer hat den schönsten Hund?" wollen wir vor diesem Hintergrund erst gar nicht aufkommen lassen. 

 

Das von den ZKR-Züchtern gemeinsam verfolgte einheitliche Ziel könnte zu schnell durch die Antonymie eines Ausstel-lungswesens gefährdet werden.

 

  

 

 

3. Das "Popular Sires-Syndrom"

 

Ein sog. "Popular Sire" ist ein sehr häufig eingesetzter Deck-rüde. Die gezielte und häufigere Verwendung guter Deckrüden ist zunächst für sich gesehen nichts Negatives - insbesondere dann nicht, wenn der Deckeinsatz von einer Nachzucht-kontrolle begleitet wird, mit der negative genetische Einflüsse möglichst frühzeitig erfasst und beseitigt werden können. 

 

Im heutigen Zeitalter der Showhundezucht ist es in den meisten Fällen allerdings so, dass ein Rüde nicht aufgrund seiner Leistung, die ja durchaus ein Indiz für Gesundheit sein kann, zum "Popular Sire" wird, sondern weil er erfolgreich auf Ausstellungen vorgestellt wurde: Besonders hoch prämierte Rüden werden in der Regel bevorzugt in der Zucht nachgefragt, denn Welpen hoch prämierter Elterntiere lassen sich schließlich auch besser verkaufen. 

 

Ein solcher Zuchteinsatz begünstigt nicht nur den Anstieg des Inzuchtkoeffizienten und den damit verbunden Verlust an genetischer Vielfalt sondern auch die Verbreitung rezessiv vererbbarer Erkrankungen, falls ein häufig genutzter Deckrüde ein rezessives Defektgen trägt. Erschwerend kommt hinzu, dass rezessive Gene zumeist etliche Generationen hinweg unerkannt bleiben bevor sie sich zum ersten Mal im Phänotyp eines Tieres zu erkennen geben. 

 

Der ZKR vertritt daher die Auffassung, dass ein Ausstellungs-wesen die Problematik der "Popular Sires" verschärft.

 

 

 

Patrick Burns - Autor des Buches "American Working Terriers" und engagierter Kritiker des Showhundewesens - äußert sich zu dem Dilemma des Ausstellungswesens wie folgt:

 

"Hundeausstellungen, die den Formwert beurteilten, beschleu-nigten die Reise in die Homogenität. Ziel solcher Ausstellun-gen ist Gleichförmigkeit - eine ganze Gruppe von nullacht-fünfzehn Hunden, die einander so ähnlich wie nur möglich sehen. Das erreicht man am leichtesten, indem man Champion mit Champion paart, alles ausmerzt, was nicht konform ist und dann Inzucht und Linienzucht benutzt, um den "Typ" noch weiter herauszuarbeiten. Als direkte Folge der Schönheits-shows und dem übermäßigen Einsatz männlicher Champions, wurde der genetische Engpass, der mit der Schaffung jeder Hunderasse begann, noch weiter verkleinert. Und diesgeht mit einer stetigen Fitnessminderung einher, die sich in vielerlei Aspekten zeigt: Die Fruchtbarkeit sinkt, die Lebenszeit verkürzt sich, Gesundheit und Widerstandsfähigkeit nehmen ab, und vor allem verliert der Organismus seine Anpassungsfähigkeit an wechselnde und belastende Umwelteinflüsse: Autoimmun-erkrankungen, Allergien und Krebserkrankungen nehmen zu...."

 

Abschließend möchte ich an dieser Stelle den renommierten Kynologen Hellmuth Wachtel zum Thema Ausstellungswesen zu Wort kommen lassen:

 

"Noch immer spricht man von "Verbesserung" der Hunde-rassen, doch dabei handelt es sich heute immer öfter um Karikierung und Qualzucht. Und diese Entwicklung hat der Ringrichter nicht nur nicht verhindert, sondern vielmehr ganz wesentlich mitverursacht! Kurz und gut, dieses System hat sich nicht bewährt, und das hätte man voraussehen oder wenigstens rechtzeitig abbremsen müssen!" 

(aus: Hellmuth Wachtel, Rassehund wohin?, Kynos Verlag 2012)

 

Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte werden Sie verstehen, warum es für die Retromopszüchter des ZKR heißen MUSS: 

 

  

2. Das Ausstellungswesen als Ursache von Übertypisierung und Defektzucht

 

Während für die Züchter in der Vergangenheit die verschiede-nen Fähigkeiten der einzelnen Hunderassen im Vordergrund standen, traten mit dem Aufkommen der Zuchtvereine und des Ausstellungswesens im 19. Jahrhundert andere Maßstäbe in den Focus von Züchter und Käufer:

 

Anstelle der für Arbeitshunde erforderlichen Qualitäts- und damit folglich Gesundheitskontrolle durch das Erbringen von Leistungen traten menschengemachte Schönheitsideale. So fand die erste Rassehundeschau im Jahre 1859 in Groß-britannien statt; die erste Ausstellung in Deutschland ereignete sich 1863 in Hamburg. Gemessen an der Anzahl ausgestellter Hunde ist die vom britischen Kennel Club organisierte Crufts die größte Hundeausstellung der Welt, während die größte Ausstellung innerhalb der FCI die Welthundeausstellung (World Dog Show) ist. 

 

Im Januar 2010 wurde in eine wissenschaftliche Untersuchung unter der Leitung des Zoologen Sir Patrick Bateson, der sog. "Bateson-Report" veröffentlicht. Der Report zeigt auf, wie Ausstellungen und die Richterentscheide die einzelnen Hunde-rassen stark negativ beeinflussen können, was durch die teils massiven Veränderungen im Phänotyp einzelner Rassen belegt wird. 

 

Der ZKR vertritt wie viele Kritiker der Szene die Auffassung, dass es auch und gerade das Ausstellungswesen war, das den Mops ins ungute Extrem geführt hat. Diese Erkenntnis schließt für uns als Züchter des ZKR Retromopses eine Teilnahme an Hundeschauen aus.

 

 

 

 

4. Unvereinbarkeit von Ausstellungswesen und Kreuzungszucht

 

Die Zuchtgemeinschaft des ZKR beschreitet offiziell den Weg, gezielt Fremdrasse in den Mops einzukreuzen und selbst-verständlich weicht ein Teil der Nachzucht in den ersten Generationen vom Typus der Ausgangsrasse ab. Genau hier findet sich die Problematik des Showwesens: 

 

Da der zu verleihende Siegertitel letztlich nichts über die Gesundheit des zu beurteilenden Hundes und wenig über seinen Zuchtwert aussagt, sondern vielmehr den ganz persönlichen Geschmack einzelner Personen widerspiegelt, würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Retromopstypen, die noch deutlich den Einfluss der Fremd-rasse zeigen, zu den weniger gut prämierten Tieren gehören. Doch es sind gerade diese, noch deutlich Fremdblut beein-flussten Tiere, die in der Regel züchterisch für uns besonders wertvoll sind. Ausstellungserfolge oder -misserfolge würden demgemäß für den Laien hier ein völlig falsches Bild wider-spiegeln.

 

Der ZKR beschreitet den Zuchtweg einer diskontinuierlichen, nicht terminalen Kreuzungszucht. Ein Ausstellungswesen widerspricht einem solchen Zuchtweg nicht nur, sondern würde ihn geradezu torpedieren.