Sprechen wir wieder einmal über Zuchtstrategien.
Die Entwicklung in den letzten Jahren in den Niederlanden aber auch das geplante "Nachziehen" der deutschen Gesetzgebung hat uns veranlasst, die Nasen unserer Hunde noch einmal deutlich züchterisch zu verlängern, damit wir demnächst ebenfalls eine Mindestschnauzenlänge von 1/3 des Kopfumfangs (gemessen vom Stop zum Hinterhauptbein) aufweisen können. Auch wenn wir in der Vergangenheit durchaus sehr zufrieden mit unseren Zuchtergebnissen waren und das Beurteilen eines guten Zuchthundes (allein) mit dem Maßband jedem Züchter erst einmal Bauchschmerzen bereitet, haben wir doch auch Verständnis dafür, dass der Gesetzgeber zur Beurteilung von "Qualzucht" einheitliche und letztendlich messbare Kriterien benötigt, anderenfalls es zwangsläufig zu nicht hinnehmbaren Ungleichbehandlungen in der Hundezucht kommen wird.
Und natürlich bringt eine noch längere Schnauze wiederum noch mehr Platz für Zunge, Gaumensegel, Zähne etc. mit, so dass aus gesundheitlicher Sicht die 1/3 Lösung sicherlich keine schlechte Wahl ist.
In diesem Blogbeitrag möchte ich ein paar aktuelle Zuchthunde unserer Gemeinschaft bzw. aktuelle Nachzuchten vorstellen. Wohl gemerkt, es handelt sich hier um Hunde verschiedener lizenzierter ZG Zuchten, die auch aus unterschiedlichen ZG Linien stammen.
Bei dem einen oder anderen Hund wird der Betrachter anmerken wollen "Ui, da sieht man aber die Fremdrasse sehr deutlich, wo bleibt denn da der Mops?"
Keine Angst! Wie bereits auf dieser Website unter den Rubriken "Zucht" und "Zuchtweg" dargestellt, weisen Retros mit einem relativ hohen Fremdblutanteil natürlich auch sichtbare Attribute der eingezogenen Fremdrasse auf. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals betonen, dass laut verbindlichen Zuchtordnung der Züchtergemeinschaft für den Retromops derzeit (Stand 2026) fünf Rassen zur Einzucht erlaubt sind: Pinscher, Parson Russell, Patterdale Terrier, Beagle und Shiba Inu.
Züchterisch haben wir in solchen Fällen nun die Aufgabe, die gewünschten positiven Merkmale (z.B. entsprechend langer Fang, offene Nasenlöcher, gut eingelagerte Augen usw.) bei der Weiterzucht zu erhalten, aber uns gleichzeitig wieder mehr dem "Mopstyp" zu nähern, denn wir wollen nach wie vor die Rasse Mops mit all ihren - auch charakterlichen - Vorzügen in einer wieder gesundeten Form bewahren.
Um es möglichst einfach und anschaulich für den Zuchtlaien zu erklären: Für einen Retromops mit sehr großen "Beagleohren" würde sich beispielsweise in der nachfolgenden Generation eine Verpaarung mit einem Shiba Inu beeinflussten Retromops, der sich in der Regel durch kleinere, sehr mopstypische Öhrchen auszeichnet, anbieten.
Ein stark Pinscher beeinflusster Retromops, der möglicherweise noch eine etwas spitzere Schnauze aufweist, würde in der nachfolgenden Generation idealerweise mit einem Beagle beeinflussten Retromops verpaart werden, der schon aufgrund der beteiligten Rassen die von uns gewünschte stumpfe Schnauze mit viel Platz für das Gebiss zeigt. - Wie gesagt: ganz einfach ausgewählte Beispiele, die natürlich nicht die gesamte Komplexität von Zucht darstellen können.
Allerdings wird anhand dieser Beispiel auch deutlich, wie wertvoll unsere Entscheidung war, unser Zuchtbuch über den Parson Russell und den Pinscher noch für weitere, vorher einer strengen Prüfung unterzogenen Rassen zu öffnen. Von dem positiven Effekt auf die genetische Vielfalt unserer Hunde ganz zu schweigen.
Die nachstehende Fotodokumentation zeigt übrigens, wie schnell man aus einem relativ kurzschnauzigen, in diesem Fall altdeutschen Mops (links) in nur zwei (!) Generationen einen Hund mit extrem langem Fang (rechts) züchten kann, wenn man nur richtig verpaart.




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Sabine Lampersbach (Dienstag, 10 Februar 2026 23:13)
Ich bin begeistert was in der Mopszucht passiert! War selbst mal im Thema drin! Es ist wirklich großartig wie die Entwicklung in eigentlich kurzer Zeit,sich so zum positiven verändert hat! Ich kann nur sagen ganz toll was die Züchter geleistet und es ist so wertvoll für die kleinen Wesen! Herzlichen Glückwunsch
Claudia (Freitag, 20 März 2026 13:34)
Ui, ich bin begeistert, sehr schöne Tiere.
Anette (Donnerstag, 26 März 2026 17:17)
Kompliment! Ich freue mich über jede Zucht, die sich der Gesunderhaltung ihrer Zuchttiere verpflichtet fühlt! Danke auch für die vielen fundierten Beiträge zum Thema Zucht und Genetik! Sehr lesenswert!
Katharina (Sonntag, 29 März 2026 04:08)
Ich bin begeistert, mein nächster Hund wird definitiv ein Retromops werden.
Dania (Sonntag, 19 April 2026)
Wunderbare Hunde, ich mag besonders die mit richtiger Schnauze. Der Hund auf dieser Seite hier ganz unten rechts ist wunderschön. Wenn ich mal mehr Zeit habe, könnte ich schwach werden :-)