Stänkerer!

 

Am 11. August dieses Jahres erscheint unter dem Titel: "Skurriler Tierarztbesuch – Atemlos im Wartezimmer"

eine kurze Geschichte auf der Facebookseite eines nicht unbekannten Hundetrainers. Erzählt wird die Geschichte einer Patientenbesitzerin, die im Wartezimmer eines Tierarztes Zeugin wird, wie ein Mops sogar im Ruhezustand laut röchelnd auf seine Blutentnahme zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte warten. Das laute Röcheln bei jedem Atemzug irritiert nicht nur die Wartende, sondern auch den von ihr mitgebrachten Hund. Aber die Mopsbesitzerin beruhigt: „Keine Angst, meinem Hund geht es gut, er atmet immer so“. 

 

Die kurze Geschichte endet mit der Feststellung: „Leider beruhigt ihre Aussage kaum, im Gegenteil. Sie macht noch trauriger und man fragt sich, ob sie das wirklich glaubt oder es nicht besser weiß.“

 

 

Nicht mehr und nicht weniger!  – Natürlich entnimmt man der Geschichte deutliche Kritik an der Zuchtform „Mops“ – unbestritten!

 

 

Doch diese Geschichte ist (wieder einmal) ein Skandal für die Mopsszene, die den Beitrag sofort und eifrig kommentiert!

 

 

Etliche lachen – ihre Kommentare mit dümmlich grinsenden Smilies hinterlegt – über das „gefährliche Halbwissen“ des Trainers, bleiben aber eine Antwort schuldig, WAS denn “ungefährliches Vollwissen“ in dieser Angelegenheit wäre.

 

Eine Userin weiß an dieser Stelle zu berichten, dass es „bei dem Herrn momentan wohl nicht so gut läuft“ und der ganze Beitrag damit offensichtlich nur der Kundenakquise gewidmet ist. „Aufmerksamkeit heischen“ lese ich in diesem Zusammenhang und bin bestürzt über die Bösartigkeit der Menschen. 

 

Wieder Andere fühlen sich und ihren Mops zutiefst beleidigt und verhängen über den Trainer die Höchststrafe in dem sie ankündigen, „jetzt erst einmal nichts mehr im Fernsehen zu schauen, was irgendwie mit besagtem Hundetrainer zu tun hat.“

 

Ich lese von „hetzerischer Meinungsmache“, von „Vorurteilen“, von „Blödsinn verbreiten“ oder gar „gequirlter Scheiße“. "Wir lassen doch auf unseren Mops nichts kommen!!!"

 

Eine Userin schreibt klipp und klar „Sie brauchen sich ja keinen Mops anzuschaffen, wenn er Ihnen nicht gefällt!“ und wieder ein anderer tituliert den Trainer ganz einfach als „Arschloch“ und damit ist das Thema für ihn gegessen.

 

Manche geben weise Ratschläge: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“

 

Ich selbst erkenne in der Heerschar der Empörten eine Dame wieder, die selbst eine am Gaumensegel operierte Mopshündin besitzt, sich aber vehement gegen „diese Hetze und Verallgemeinerung“ ausspricht, schließlich seien lange nicht alle Möpse krank. - Das hat zwar auch niemand behauptet, aber bei besagter Dame sind es immerhin 50% ihrer Tiere: ihr zweiter Mops hat - zumindest derzeit - keine Atembeschwerden. 

 

Und bei der ganzen künstlich angeheizten Empörung wurde von den „wahren“ Mopsfreunden sogar übersehen, dass besagter Artikel gar nicht von dem verunglimpften Hundetrainer selbst, sondern von einer jungen Hundetrainerin aus Wien stammt….

 

 

Und was passiert derweil in den einzelnen Mopsforen bei Facebook, in denen man zuvor noch aufgerufen hatte, gegen den Artikel vorzugehen: „Das lassen wir so nicht stehen!!!“  

 

Dort ist man erbost darüber, dass man doch tatsächlich den ein oder anderen Mopsbesitzer in der Diskussion wiedererkannt hat, der es wagt, gegen den Mainstream zu schwimmen und sich ebenfalls kritisch zur gesundheitlichen Gesamtsituation der Rasse zu äußern. "Den Namen habe man sich gemerkt“ klopfen sich Administratoren gegenseitig auf die Schultern und "man werde seine Konsequenzen ziehen“, denn „Stänkerer“ könne man in den Gruppen nicht brauchen. - Und etliche User kommentieren mit „Richtig so!“ und „Wir sind schließlich hier, um Spaß zu haben!“

 

Stänkerer!

 

Ich muss unwillkürlich an zwei Anrufe denken, die ich just in der vergangenen Woche geführt habe. In dem ersten Gespräch meldete sich eine Familie, deren dreijähriger Mops eine Gaumensegeloperation nicht überlebt hat. Sie suchten nun möglichst bald - der Schmerz war einfach zu groß – einen neuen vierbeinigen Gefährten. Ich habe abwechseln mit beiden Ehepartnern gesprochen – sprechen MÜSSEN – denn die unterdrückten Tränen führten immer wieder dazu, dass ihre Stimme versagte!

 

Stänkerer!

 

Das zweite Gespräch fand nur drei Tage später statt. Eine Dame meldete sich und berichtete - ebenfalls mit stockender Stimme – dass sie ihren Mops gerade habe gehen lassen müssen: Eine erste OP zur Verminderung des brachyzephalen Atemnotsyndroms im Frühjahr dieses Jahres habe er noch ganz gut verkraftet, aber bei der Anschlussoperation habe er einen Kehlkopfkollaps dritten Grades erlitten: Er hätte ohne Tubus nicht mehr atmen können und wäre jämmerlich erstickt und so habe man ihn nicht mehr aufwachen lassen….

 

Stänkerer!

 

Ich wünsche mir von Herzen, dass niemand aus diesen beiden betroffenen Familien die arroganten, empathielosen und zum Teil äußerst widerwärtigen Kommentare der „wahren Mopsfreunde“ hat lesen müssen, nach deren Meinung es sich ja nur um  Übertreibungen oder gar Gerüchte handelt! Das Gelaber eines Mopshassers halt!

 

 

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Dennis (Mittwoch, 15 August 2018 18:02)

    Da habe ich überhaupt kein Verständnis für! Wenn man eine Rasse liebt ist man doch gerade bemüht, Krankheiten und Leiden zu vermeiden!

  • #2

    Susanne S. (Donnerstag, 16 August 2018 11:36)

    Die sich selbst als die größten Mopsliebhaber bezeichnen, sind in Wirklichkeit seine größten Feinde! Diese Ingnoranz und Selbstherrlichkeit ist unerträglich. Habe den Beitrag und die Kommentare selber gelesen! Unfassbar!

  • #3

    Martin Gabriel (Donnerstag, 16 August 2018 21:28)

    "Dank" dieser Verschleierungstaktik der Mopsleute bleibt alles beim alten! Seit nunmehr über 30 Jahren! Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!

  • #4

    Beate L. (Freitag, 17 August 2018 07:53)

    Ich bin wirklich betroffen, so etwas lesen zu müssen! WAS bitteschön ist mit DIESEN Menschen eigentlich los? WAS ist da schief gelaufen?

  • #5

    Carina K. (Freitag, 17 August 2018 09:46)

    Ich habe jetzt erst ein wenig suchen müssen, da ich erst einen anderen als den von Ihnen angesprochenen Hundetrainer im Kopf hatte. Ich habe aber jetzt die Geschichte über den röchelnden Mops gelesen und bin über die Kommentare entsetzt! Wenn das unsere Diskussionskultur in Deutschland ist, wundert mich gar nichts mehr! Was fällt den Menschen eigentlich ein, auf eine wahre Geschichte - denn an deren Wahrheitsgehalt habe ich nicht die geringsten Zweifel, habe ich doch Ähnliches schon selbst erlebt - mit übelsten Beschimpfungen und Beleidigungen zu reagieren?! Und wie kann man nur so verantwortungslos sein, zu so etwas auch noch aufzurufen?

  • #6

    Ulla K. (Freitag, 17 August 2018 10:03)

    UNFASSBAR! Ich hoffe, der Hundetrainer zieht mal selber Konsequenzen und geht gegen die Leute vor, die ihn da aufs Übelste beleidigen und diffamieren!

  • #7

    Ilka-Maria G. (Freitag, 17 August 2018 15:48)

    Man fragt sich unwillkürlich nach der Motivation für ei solches Verhalten. Ich kann es mir wirklich nicht erklären!

  • #8

    Angelika Sommer (Freitag, 17 August 2018 16:26)

    Abstoßendes Verhalten!

  • #9

    Niko (Sonntag, 26 August 2018 18:12)

    Ich selber habe vor gut 3 Jahren meinen geliebten Mops verloren. So richtig verarbeitet habe ich es immer noch nicht. Ich hatte gehofft er wäre gesund, so wie von der “Züchterin“ angepriesen, aber er war es nicht. Seitdem habe ich mir geschworen gegen die Qualzucht Mops bzw. gegen Qualzuchten im allgemeinen gegenan zu gehen. Der Mops ist meine absolute Lieblingsrasse und sollte ich irgendwann wieder die Möglichkeit haben einen Hund zu halten, wird es ein Retro werden. Im Moment lassen es die Umstände leider nicht zu. Die Reaktionen auf den Artikel zeigen mal wieder, dass es einfacher ist wegzusehen... eine Schande. Das muss aufhören!

  • #10

    Gerrit K. (Montag, 27 August 2018 08:28)

    Mir bleibt die Spucke weg, wenn ich so etwas lese! DAS wollen Tierfreunde sein? Wie kann man so blind gegenüber dem Leid von Lebewesen sein! Ich kenne selbst genug Möpse und vielen geht es nicht gerade gut. Insbesondere im Sommer bleiben die armen Tiere drinnen, damit sie den Tag einigermaßen überstehen. Sicher - nicht jeder hat extreme Atemprobleme. Aber jeder, der Atemprobleme hat, ist einer zu viel! Und das muss man doch sagen dürfen!!!!!

  • #11

    Martin Dasbach (Dienstag, 28 August 2018 16:11)

    Wenn man so etwas liest, muss man doch einfach nur stinke wütend werden: was sind das denn für Reaktionen auf eine Geschichte, wie sie tausendfach täglich passiert: Ein Mops bekommt - wie so viele seiner Leidensgenossen - schlecht Luft. Wieso ist das Blödsinn und wieso ist der Trainer ein "A...." ?????

  • #12

    Karin (Mittwoch, 29 August 2018 06:53)

    Wie so oft zeigt sich auch hier, dass der Mensch das eigentliche Problem ist. Es fehlt die Einsicht und es fehlt das Mitfühlen. Augen zu, Ohrstöpsel rein, alles ist gut und wer etwas anderes behauptet ist dumm oder ein Arschloch! - Es ist zum Verzweifeln! Sehen diese Ignoranten eigentlich nicht was sie anrichten? Ach nee, können sie ja nicht! Sie merken ja nicht einmal, wenn ihr Mops verzweifelt nach Luft ringt!